Prinzipien und Vorgehen im Training und in der MultiplikatorInnen-Fortbildung

(am Beispiel des transkulturellen Trainings)

Tempo? Entschleunigung!

Transkulturelles Lernen ist ein Prozess, der wie in allen Bereichen des nonformellen Lernens in Stufen verläuft. Daher ist es wichtig, im Laufe des Trainings mit der Gruppe im jeweiligen Gruppentempo entsprechend fortzugehen. Hier gilt das Prinzip „weniger ist mehr“. In einem entschleunigten Prozess kann die Effektivität des Lernens nachhaltiger wirken.

In anderen Worten: Es gilt nicht nur „die Teilnehmerinnen da abzuholen, wo sie sind“, sondern vielmehr, sich immer im Laufe des gesamten Prozesses im Klaren darüber zu sein, „wo die Gruppe gerade im Prozess ist“ und dementsprechend weitere Schritte gemeinsam mit der Gruppe zu planen.

Immer kreisend fortzusetzen und prozessorientiert arbeiten .

Um die Transferleistung zu sichern, ist es erforderlich im Prozess mit der Gruppe folgende Schritte zu unternehmen: „Erleben“ – „Nachdenken über das Erlebte“ – „in Wörter fassen“ – „mit der Gruppe austauschen“ – „noch mal nachdenken“ – „Parallele zum Alltag ziehen“.

Der Zeitfaktor spielt in solchen Prozessen eine Rolle, die nicht unterschätzt werden darf. Die TeilnehmerInnen brauchen Zeit zur Reflexion, oft ist es wichtig „eine Nacht darüber zu schlafen“ um zu Ergebnissen kommen zu können.

Geschützten Raum schaffen.

In erster Linie richtet sich der Trainingsprozess an die Menschen, dann an die jeweiligen Berufsfunktionen. Das heißt, die TeilnehmerInnen sind gefordert, sich mit ihrer ganzen Persönlichkeit einzubringen. Das erfordert viel Mut von den Teilnehmenden und eine besondere Berücksichtigung der emotionalen Aspekte der interkulturellen Auseinandersetzung im Miteinander und Gleichberechtigt auf Augenhöhe.

Kein „richtig“ und „falsch“!

Innerliche Veränderungsprozesse, die einen wichtigen Teil des transkulturellen Lernens darstellen, lassen sich schlecht unter Druck entwickeln. Druck, von wem und wodurch er immer auch kommen mag, wirkt in solchen Prozessen kontraproduktiv. Dagegen läuft der Prozess dann produktiv ab, wenn auf eine Haltung auf gleicher Augenhöhe und auf die entsprechende Offenheit dafür geachtet wird.

Das Lernen verliert seinen missionarischen Charakter, wenn viele Wahrheiten im Raum sind und nicht nur eine Wahrheit, oder wenn dem Menschen gefolgt wird, der sagte: „Der Entdecker der Wahrheit war ein Lügner“:

Auf die eigene innerliche Vorurteils- und Bilderwelt achten.

Wie alle Menschen haben wir auch als Seminarleitung Vorurteile und eigene Bilder. Das Bewusstsein darüber und ein reflektierter Umgang mit den Vorurteilen, werden wesentlich dazu beitragen einen Perspektivwechsel im Miteinander zu ermöglichen und im Prozess allparteiisch sein zu können. Wie komisch es klingen mag, hier ist angesagt „über den eigenen Schatten springen“ zu können, um die Leichtigkeit im Lernprozess zu ermöglichen.

Abwechslungsreich arbeiten!

Austausch und Diskussion im Plenum wechseln sich mit Kleingruppenarbeit, Simulationsübungen und ggf. dem Zeigen von Kurzfilmen ab.